Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk


Die Struktur des THW ist weltweit einmalig: Organisatorisch gehört das THW als Bundesanstalt zum Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern. Jedoch sind nur ein Prozent der Mitarbeiter hauptamtlich für die Behörde tätig.

99 Prozent der THW-Angehörigen arbeiten ehrenamtlich im THW. In 668 Ortsverbänden engagieren sich bundesweit mehr als 80.000 Helferinnen und Helfer in ihrer Freizeit, um Menschen in Not kompetent und engagiert Hilfe zu leisten.

Das Technische Hilfswerk passt bereits seit sechs Jahrzehnten seine Strukturen flexibel den sich ändernden Gefahrenlagen an. Modernes Einsatzgerät und gut ausgebildete Spezialisten sind Grundlage der hohen Effizienz – in Deutschland und in der ganzen Welt.

Gesetzlicher Auftrag


§ 1 Organisation, Aufgaben und Befugnisse

(1) Das Technische Hilfswerk ist eine nicht rechtsfähige Bundesanstalt mit eigenem Verwaltungsunterbau im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern. Es besteht aus ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

(2) Das Technische Hilfswerk leistet technische Hilfe:

  1. nach dem Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz,
  2. im Ausland im Auftrag der Bundesregierung,
  3. bei der Bekämpfung von Katastrophen, öffentlichen Notständen und Unglücksfällen größeren Ausmaßes auf Anforderung der für die Gefahrenabwehr zuständigen Stellen sowie
  4. bei der Erfüllung öffentlicher Aufgaben im Sinne der Nummern 1 bis 3, soweit es diese durch Vereinbarung übernommen hat.

Aufgaben


Infrastruktur

  • Elektroversorgung
  • Trinkwasserversorgung
  • Abwasserentsorgung
  • Brückenbau

Technische Gefahrenabwehr

  • Orten, Retten und Bergen
  • Räumen und Sprengen
  • Retten aus Wassergefahren
  • Bekämpfen von Überflutungen und Überschwemmungen
  • Beleuchten von Einsatzstellen

Führung/ Kommunikation, Logistik

  • Einrichten und Betreiben von Führungsstellen
  • Führungsunterstützung
  • Einrichtung temporärer Telekommunikationssysteme
  • Einrichten und Betreiben von Logistikstützpunkten
  • Verpflegung und Betreuung von Einsatzkräften
  • Materialerhaltung, Reparatur- und Wartungsarbeiten für Einsatzausstattung
  • Verbrauchsgütertransport für Einsatzbedarf

Umweltschutz

  • Ölschadenbekämpfung
  • Wasseranalyse

Versorgung der Bevölkerung

  • Strom- und Trinkwasserversorgung
  • Abwasserentsorgung
  • Errichtung und Einrichtung von Notunterkünften und Sammelplätzen mit entsprechender Infrastruktur

Weitere technische Hilfeleistungen

  • technische Hilfe auf Verkehrswegen
  • Höhenrettung
  • Tauchen
  • Behelfsmäßiger Straßenbau
  • Wartung von Zivilschutzeinrichtungen (Notbrunnen, Schutzräume)

Die Rolle des Ehrenamts


Wie bedeutsam das Ehrenamtes für das THW ist, zeigt allein sein Anteil: 99 Prozent der THW-Angehörigen engagieren sich freiwillig und damit ehrenamtlich im THW.

Das sind bundesweit mehr als 80.000 Helferinnen und Helfer, die Ihre Freizeit dem THW widmen, um Menschen in Not professionell Hilfe zu leisten. Dieses freiwillige Engagement ist damit nicht nur für das THW, sondern für unsere ganze Gesellschaft von unschätzbarem Wert.

Ob in Deutschland oder im Ausland – die freiwilligen Einsatzkräfte stehen bereit, wenn Menschen in Notsituationen Hilfe brauchen. Das Fundament dafür ist eine gute Ausbildung in verschiedenen Fachbereichen und stetiges Training der Fähigkeiten. In den 668 bundesweiten Ortsverbänden werden die Einsatzkräfte des THW auf ihre Aufgabe im Bevölkerungsschutz vorbereitet. Die Weiterbildung beispielsweise zu Maschinisten, Trinkwasserlaboranten, Bootsführer, Ortungsspezialisten, Führungskräften oder Teammitgliedern bei internationalen Einsätzen erfolgt dann an der THW-eigenen Ausbildungsstätte – der THW-Bundesschule.

Um den Interessen und Bedürfnissen der rund 80.000 THW-Angehörigen gerecht zu werden, werden ehrenamtliche Vertreter gewählt, die als Sprecher des Ehrenamtes in alle wichtigen Entscheidungen und Entwicklungen des THW einbezogen werden.

Kooperationen


Hand in Hand für den Bevölkerungsschutz

Das THW ist mit allen Akteuren im Bevölkerungsschutz vernetzt und leistet technische Hilfe, wo es gebraucht wird. Kooperationen sind in vielerlei Hinsicht sinnvoll und wirksam. Die Vorteile reichen von der Absprache der Zuständigkeiten im Notfall und gemeinsamen Übungen mit Erfahrungsaustausch bis hin zu konkreten Krisenmanagementplänen für Einsätze mit besonderem Schwerpunkt. Profitieren können von den Kooperationen alle – die Partner im Bevölkerungsschutz in ihrer täglichen Arbeit und vor allem die Bevölkerung, die sich im Notfall auf schnelle und gute Hilfe verlassen kann. Mehr über die Kooperationen des THW auf Bundesebene erfahren Sie im Folgenden.

Quelle: www.thw.de